Kindertagesstätte "Spatzennest" Großbothen

Die Kita "Spatzennest" wurde als Ersatzneubau im Passivhausstandard für die damals bestehende stark sanierungsbedürftige Einrichtung geplant und im Jahr 2014 errichtet. Das Gebäude besitz eine Nutzfläche von 745 m² und ist in Krippen- und Kindergartenbereich aufgeteilt. In der Einrichtung werden 24 Krippen- und 54 Kindergartenkinder betreut.
 

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Der Neubau in Massivbauweise entspricht den neuesten Voraussetzungen eines Passivhausbaus. Alle Außenbauteile, wie Dach, Bodenplatte und Wände, Fenster und Türen, sind hoch wärmegedämmt. In allen Gruppenzimmern befindet sich eine Fußbodenheizung und die Lüftungsanlage gibt 85 Prozent der im Haus vorhandenen Wärme wieder zurück. Diese Komponenten verringern die Wärmeverluste des Bauwerks so stark, dass die Kita keine konventionelle Heizung benötigt. Der Großteil des Wärmebedarfs wird passiv durch die Menschen selbst, Zimmerlampen oder die Sonne, die durch große Fenster scheint, erzeugt.
Reicht die passive Wärme in Phasen kalter dunkler Tage nicht aus, werden regenerative Energiequellen für Heizung und Warmwasserbereitung eingesetzt – im Fall der Kita eine Sole-Wasser-Wärmepumpe, die die Erdwärme nutzt. Der Heizwärmebedarf des Gebäudes beträgt nur 14,1 kWh/m²a. Eine gleichgroße Kindertagesstätte in konventioneller Bauweise nach aktueller Energieeinsparverordnung (EnEV) benötigt mit ca. 100 kWh/m²a mehr als siebenmal so viel. Im Ergebnis senkt die Passivhaus-Kita nachhaltig den CO2-Ausstoß und die Betriebskosten der Kommune.
 
In Großbothen ist ein tolles Haus mit allen möglichen energetischen Raffinessen entstanden“, freut sich Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger. Denn neben der passiven Bauweise weist die Kita weitere ressourcenschonende Komponenten auf. So befindet sich auf der Südseite des Pultdaches eine Photovoltaikanlage für die Eigenstromerzeugung mit einem Jahresertrag von ca. 6.440 kWh. Der Strom wird hauptsächlich zur Warmwasser-Erzeugung und Beleuchtung genutzt. Die Kita hat dabei einen entscheidenden Vorteil gegenüber einem Wohnhaus. Denn sie verbraucht den eigenen Strom gleich tagsüber, wenn dieser von der PV-Anlage erzeugt wird. In einem Eigenheim dagegen, in dem die Bewohner tagsüber meist nicht da sind, wird auch kaum Strom gebraucht. Daher muss dieser gespeichert oder in das öffentliche Stromnetz gespeist werden. Zudem besitzt die Kita eine Regenwasserzisterne für die Toilettenspülung, eine energiesparende LED-Beleuchtung und eine effiziente und hygienisch einwandfreie Frischwasserbereitung.  
 

Rund 1,85 Millionen Euro kostete der Kita-Neubau, der zu zwei Drittel aus Fördermitteln des Bundes, des Freistaates und des Landkreises finanziert wurde. Die Stadt stellte 677.000 Euro Eigenmittel zur Verfügung. Die Kindereinrichtung ist für 78 Kinder ausgelegt. Zwei Krippenzimmer, zwei Garderobenräume und ein großzügiger Waschraum bestimmen die eine Hälfte der Kita. Auf der anderen Seite befinden sich vier 34 Quadratmeter große Kindergartenräume mit zwei Waschräumen und Garderoben. Alle Zimmer haben einen direkten Ausgang zum großzügigen Garten. Getrennt werden beide Bereiche durch das Herzstück des Hauses, den knapp 60 Quadratmeter großen Mehrzweckraum für Sport, Spiel und Spaß. Neben den Personalräumen und Büros, gibt es eine Ausgabeküche sowie eine speziell für die Sprösslinge eingerichtete Kinderküche. Der Außenbereich umfasst eine Fläche von 4.500 Quadratmetern und bietet alles was das Kinderherz begehrt.

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